...die kleine Zeitung mit der großen Wirkung!

Der „blickpunkt“ gehört zur Stadt. Auf unserer Webseite kann man alle Ausgaben seit 1969 lesen. Die Leserinnen und Leser bekommen dabei einen Einblick in die Stadtgeschichte. Es ist eine Geschichte von links, die auch für Neubürger interessant ist. Der „blickpunkt“ - die Zeitung der DKP für Mörfelden-Walldorf - ist die außerparlamentarische Begleitung der DKP/LL Fraktion im Stadtparlament unserer Stadt. Seit über 50 Jahren kommt der „blickpunkt“ in fast jedes Haus. Wir drucken regelmäßig acht Seiten und monatlich 14.500 Exemplare. Finanziert wird die Zeitung im Wesentlichen durch unsere Mandatsträger, die ihre Sitzungsgelder dafür zur Verfügung stellen. Wir erhalten aber auch sehr oft Spenden von interessierten Leserinnen und Lesern. Diese sind notwendig und immer willkommen.

02.04.2020
Ostermarsch 2020
Angesichts der Corona-Krise werden die Ostermärsche 2020 nicht wie gewohnt stattfinden. Statt auf die Straße für Frieden und Abrüstung zu gehen, wird der Protest diese Jahr hauptsächlich zu Hause und virtuell stattfinden. Die Ostermärsche werden traditionell in lokaler und regionaler Verantwortung organisiert und viele Veranstalter*innen und Aktive machen sich bereits Gedanken über Alternativen, damit die Ostermärsche 2020 nicht komplett ausfallen. Zur Unterstützung und zur Inspiration stellt das Netzwerk Friedenskooperative eine Übersicht mit Ideen für alternative Mitmach- und Protestmöglichkeiten zur Verfügung.
Alternativer Ostermarsch 2020: Zu Hause und Virtuell
Angesichts der durch die Coronapandemie demonstrierten Verletzlichkeit einer globalisierten Welt fordern wir von der Bundesregierung:
  • die für die Erhöhung der Rüstungsausgaben vorgesehenen Geldmittel von rund 40 Milliarden Euro für Gesundheit, Umwelt, Bildung und Soziales einzusetzen.
  • das Ende aller Kriegseinsätze der Bundeswehr und die Ausweitung von Maßnahmen ziviler Konfliktlösung.
  • den Ausstieg aus der militärischen Integration für weltweite Einsätze der Europäischen Union
  • den sofortigen Stopp aller Waffenexporte an alle kriegführenden Parteien und Einstieg in die Rüstungskonversion.
  • die Aufnahme einer glaubwürdigen Entspannungspolitik gegenüber Russland.
  • den Beitritt zum Vertrag zum Verbot von Atomwaffen.
02.04.2020
Leserbrief: Support your local!
Oder besser gesagt: Tu was,
um dein schlechtes Gewissen ruhig zu stellen.
Ich schreibe diese Zeilen nicht, um das schlecht zu reden, was dieser Aufruf bedeutet. Ich finde es auch richtig, die lokalen Geschäfte zu unterstützen - Das sollte man übrigens immer machen, und nicht nur in der Corona-Krise. Aber mich macht es traurig, nein, es macht mich richtig wütend, wie sich jetzt Leute hinstellen und scheinheilige Videos veröffentlichen, denen diese Krise nicht nur keine finanziellen Nachteile bringt, sondern die auch dafür verantwortlich sind, dass die Bevölkerung schon vor dieser Krise jeden einzelnen Cent umdrehen musste. Weil z.B. die Mieten so hoch sind, den kleinen Leute Steuern über Steuern, Gebühren über Gebühren aufgedrückt werden. Dass das Leben für den normalen Bürger nur noch Verzicht bedeutet. Des weiteren stelle ich mir die Frage: Was ist eigentlich mit den Berufen, die man nicht "supporten" kann, wie zum Beispiel Frisöre, Kosmetikerinnen, Nageldesigner, Tätowierer usw.? Was ist mit Freiberuflern, Ladeninhabern, deren Einnahmen völlig entfallen, deren Miete aber weiterläuft? Was ist mit Inhabern von Gastronomiebetrieben? In einigen Haushalten entfällt nicht nur ein Gehalt, sondern zumindest ein halbes zweites. Und dann Kurzarbeitgeld. Das ist momentan das große Stichwort. Was bedeutet das aber im Einzelnen? Natürlich bin ich mir im Klaren, dass es besser ist, 1-2 Monate lang weniger Geld zu bekommen, als meinen Job ganz zu verlieren (der ja ohnehin nicht so ganz sicher ist). Aber wenn ein mittelständischer Haushalt schon mit seinen 100% Einnahmen nicht über die Runden gekommen ist, weil zum Beispiel schon über ein Drittel nur für die Miete drauf geht - wie soll das mit 60% funktionieren? Da wird jetzt bestimmt jemand denken: "Jedermann/frau sollte sich auch privat absichern indem er/sie was zur Seite gelegt hat!" Und da kommen wir zum Punkt: Es ist doch schon seit geraumer Zeit für den Einzelnen nicht mehr machbar, sich etwas zurück zu legen. Wovon denn? Ich bin mir dessen bewusst, dass wir gerade in einem Ausnahmezustand sind. Aber den geheuchelten Support, den sollte man doch bitte stecken lassen. Nach der Krise müssen wir zusehen, was wir ändern müssen, um endlich richtig leben zu können, denn die Wirtschaft kann nur aufblühen, wenn die arbeitenden Menschen genügend Geld besitzen, um es ausgeben zu können.
Simona Sergi
31.03.2020
Nachbarschaftsbrief
Liebe Einwohner von Mörfelden-Walldorf,
die Ausbreitung des Corona-Virus ist besorgniserregend. Mit weiteren Infizierten und auch Todesopfern ist zu rechnen. Die Regierungen auf allen Ebenen haben Maßnahmen angeordnet, die das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen bringen. Leider gilt ihr Interesse in erster Linie der Wirtschaft und nicht den Menschen.
Während Eltern mit Kindern angesichts der sinnvollen Schließungen von Kindergärten und Schulen ohne Lohnfortzahlung dastehen und gezwungen sind Urlaub oder unbezahlten Urlaub zu nehmen, während prekär Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren und ihre Mieten nicht mehr zahlen können und kleine Selbständige vor der Pleite stehen, werden 500 Milliarden für die Sicherung deutscher Konzerne zur Verfügung gestellt. Plötzlich ist ohne Ende Geld da.
Für eine flächendeckende kommunale Gesundheitsversorgung und Krankenhäuser mit ausreichendem Personal hat es gefehlt. Das Gesundheitswesen wurde systematisch auf Profitmacherei getrimmt, Einrichtungen wurden privatisiert, am Personal wird gespart. Das Gesundheitssystem wurde so kaputt gespart, dass es jetzt nicht in der Lage ist uns ausreichend Schutz und Sicherheit vor dem Corona-Virus zu geben. Das ist doch krank. Gesundheit ist keine Ware, sondern Menschenrecht.
Anstelle der Solidarität mit Banken und Konzernen setzen wir in dieser schwierigen Situation auf Solidarität von unten. Vor allem Risikogruppen, also ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, müssen versuchen die Öffentlichkeit zu meiden. Da ist jeder Einkauf ein Risiko. Kinder müssen betreut werden. Hier ist solidarische und nachbarschaftliche Hilfe gefragt.
Wenn Sie Hilfe benötigen, schreiben Sie uns eine E-Mail an info@dkp-mw.de.
Wir versuchen zu helfen!
Mit besten Grüßen und dem Wunsch, dass sie gesund bleiben - DKP / Linke Liste
30.03.2020
... und die ganze Corona
"Corona" (lat. "Krone") war noch nie ein guter Name. In Arbeiterkreisen mochte man adlige Kronen sowieso nicht. Und wenn einer davon sprach, dass jemand "mit seiner ganzen Corona" aufgetaucht sei, so bedeutete das "schlechte Gesellschaft". Der Name für den Virus ist also gut gewählt. Und er ist auf dem besten Weg, die Volkswirtschaften dieser Welt - und damit in erster Linie die arbeitenden Menschen - mehr zu schädigen als ein mittlerer Krieg. Als Gesundheitsminister Spahn im Februar versicherte "Wir sind gut aufgestellt und auf alles vorbereitet", wurde manchem schon mulmig: Diesen Herren hatte man noch nie so recht getraut. Und richtig: Als erstes gab es so gut wie keine Atemmasken mehr. Ein Armutszeugnis für ein Industrieland ("Wir sind auf alles vorbereitet"). Aber es gibt ja eine "Behelfslösung": Einfach anderthalb Meter Abstand halten. Oder der Rat einer Arzthelferin: "Nähen Sie sich doch selbst eine". Das ist etwa so wie der berühmte Damenstrumpf als Ersatz für einen Keilriemen. Soviel zum möglichen "Einstieg" in eine Corona-Erkrankung. Am anderen Ende, bei den schwer Erkrankten, sieht's ähnlich aus: Es gibt viel zu wenig Beatmungsgeräte ("Wir sind gut aufgestellt"). Und zwischen Einstieg und Ende: Kapitulation bei den Gesundheitsämtern, überlastete Kliniken, Mangel an Schutzanzügen, Mangel an Desinfektionsmitteln, bis an die Grenzen belastetes, schlecht bezahltes Pflegepersonal. Aus Italien hieß es, die Ärzte müssten oft schwerwiegende ethische Entscheidungen treffen. Nämlich die, wer ein Beatmungsgerät bekommt, und wer nicht. Hierzulande fällt diese Entscheidung wohl leichter: Es genügt wahrscheinlich die Frage "Privat oder Kasse?". Da hilft dann nur noch der "lockdown" (ohne Englisch geht's auch bei Corona nicht). Aber eine Möglichkeit, das zu vermeiden, machen uns Südkorea und Schweden vor. Das setzt jedoch voraus, dass man Infektionen schnell erkennen kann. Dazu braucht man Schnelltest-Sets. Auch an diesen mangelt es hierzulande ("Wir sind auf alles vorbereitet"). Selbst bei der Bundeskanzlerin dauerte es drei Tage, bis das treue Volk endlich aufatmen konnte: "Mutti" hat es nicht erwischt. Bei unsereinem dürfte das Warten auf Gewissheit etwas länger dauern. Das alles konnte man unmöglich vorher wissen? Aber die Nachrichten aus China konnten mit drei Monaten "Vorlauf" als Lehrbeispiel dafür dienen, was auf uns zukommt, und auf was es dann ankommt. Aber auf die Chinesen hören? Anstatt z. B. mit Mundschutzen, Schutzkleidung und Beatmungsgeräten aufzurüsten, legte man lieber die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben lahm. Ein paar Millionen gespart – 20 bis 30 Milliarden Folgekosten. Wenn's denn reicht. Und böse Zungen weisen darauf hin, dass sich möglicherweise die Industriebosse die Verluste einer weltweiten Rezession, die sowieso auch ohne den Virus vor der Tür stand, aus der Steuerkasse vergüten lassen. Da fällt einem nichts mehr ein. Außer vielleicht dem berühmten Spruch des Malers Max Liebermann: "Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte".
Geld für die Gesundheit – statt für NATO und Banken